Friday 22. October 2021
#181 - April 2015

 

Anpassung oder die erforderliche Widerstandsfähigkeit

 

Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer heftiger, seine Folgen irreversibel. Wir werden uns auf neue physische und klimatische Bedingungen einstellen müssen.


Dies ist der dritte einer Reihe von monatlich erscheinenden Artikeln, mit denen wir unsere Leserinnen und Leser auf die Ende November 2015 in Paris geplante UN-Klimaschutzkonferenz (COP21) einstimmen möchten. Nachdem wir uns bereits mit dem Thema der Emissionsminderung auseinandergesetzt haben, richten wir unser Augenmerk dieses Mal auf die Anpassung, die zweite wichtige Maßnahme zur Bekämpfung des Klimawandels.

 

Die Strategie der Anpassung besteht darin, den Auswirkungen und Folgen der globalen Erderwärmung entgegenzutreten, indem wir dafür sorgen, dass sich unsere Gesellschaften an die neuen Umweltbedingungen „anpassen“. Der Klimawandel bringt dauerhafte Veränderungen mit sich, von denen Sektoren wie die Landwirtschaft, der Tourismus und die Energieproduktion maßgeblich betroffen sein werden. Im Rahmen ihrer Anpassungsstrategie ergreift die EU verschiedene Maßnahmen.

 

Das Weißbuch „Anpassung an den Klimawandel“

Im April 2009 hat die Europäische Kommission das Weißbuch Anpassung an den Klimawandel: Ein europäischer Aktionsrahmen vorgelegt. Dieses Weißbuch beruht auf vier Pfeilern: die Schaffung einer Wissensgrundlage über die Folgen und Auswirkungen des Klimawandels durch die Bereitstellung von Daten und Informationen über den Klimawandel (wie zum Beispiel Szenarien zu den Auswirkungen); die Einbeziehung der Anpassung in andere wichtige Politikfelder wie der Land- und der Forstwirtschaft sowie der biologischen Vielfalt; die Finanzierung, u. a. über den mehrjährigen Finanzrahmen und über finanzielle Dienstleistungsprodukte; die Förderung internationaler Anpassungsbemühungen.

 

Europäische Plattform für Klimaanpassung

Die Europäische Plattform für Klimaanpassung ist eine im März 2012 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufene Initiative. Sie liefert Informationen über die EU-Anpassungspolitik sowie über besondere Merkmale von Ländern, Regionen und Städten, stellt hilfreiche Instrumente und Methoden für Anpassungsmaßnahmen vor und verweist mittels einer detaillierten und regelmäßig aktualisierten Datenbank auf Organisationen, die auf europäischer und globaler Ebene tätig sind.

 

Auf der Internetseite der Plattform sind zudem über 60 Fallstudien zu finden. So wurden beispielsweise in den Niederlanden auf der Grundlage des Projekts „Hochwassergefahren und Sicherheit in den Niederlanden“ neue Methoden zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit und der Folgen von Überschwemmungen entwickelt. Zur Bekämpfung der Erosion im Madrider Gomeznarro Park wurde in Spanien ein Projekt zur Verbesserung der natürlichen Entwässerung und der Wasserrückhaltefähigkeit durchgeführt.

 

Die EU-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel

Im April 2013 hat die Kommission die sogenannte EU-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel verabschiedet. Im Rahmen dieser Strategie, die zum Ziel hat, Europa klimaresistenter zu machen, sind drei vorrangige Ziele vorgesehen: Maßnahmen in Form von Aktionsplänen, die von den Mitgliedstaaten erarbeitet und umgesetzt, jedoch von der EU finanziert werden; die Bereitstellung verlässlicherer Informationen für die Entscheidungsträger; die Durchführung von Klimasicherungsmaßnahmen in besonders gefährdeten Sektoren beispielsweise durch die Verbesserung der Klimaresistenz im Bereich der Infrastruktur.

 

„Mayors Adapt“ – eine Initiative zur Anpassung an den Klimawandel im Rahmen des Konvents der Bürgermeister

Ein weiteres Projekt ist die sogenannte Mayors Adapt-Initiative zur Anpassung an den Klimawandel. Die im Rahmen des Konvents der Bürgermeister erarbeitete Initiative wurde im März 2014 gestartet und soll den Städten helfen, sich auf die Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten. Die an der Initiative teilnehmenden Städte verpflichten sich dazu, die EU-Strategie zu befolgen und umfassende lokale Anpassungsmaßnahmen vorzunehmen. Derzeit haben 95 Städte aus 19 EU-Mitgliedstaaten die Initiative unterzeichnet.

 

Europäischer Newsletter über die Anpassung an den Klimawandel

Am 6. Februar 2015 haben die Europäische Umweltagentur (EUA) und die Europäische Kommission das gemeinsame Informationsblatt Europäischer Newsletter über die Anpassung an den Klimawandel gestartet. Dieser Newsletter enthält Nachrichten und Informationen über europaweite Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und Forschungsaktivitäten.

 

Haushalt

Im mehrjährigen Finanzrahmen 2014-2020 sind mindestens 20 % (der 960 Milliarden Euro) des europäischen Haushalts für Klimaschutzmaßnahmen in den Bereichen Emissionsminderung und Anpassung veranschlagt. Die beiden wichtigsten, im Rahmen dieser 20 %-Marge vorgesehenen Instrumente sind die Programme Horizont 2020 und LIFE. So sind aus dem Programm LIFE bereits 864,2 Millionen Euro in das Unterprogramm für Klimapolitik (Anpassung, Emissionsminderung, Regierungsführung und Information) geflossen.

 

Vom 15. bis 19. Januar 2015 war Papst Franziskus zu Besuch auf den Philippinen. Er bestand darauf, Tacloban zu besuchen, die am stärksten vom Taifun Haiyan betroffene Stadt, der 2013 mehr als 7000 Menschenleben gefordert hatte. Das Besuchsprogramm musste aufgrund heftiger Regenfälle unterbrochen werden und die riesige Menschenmenge konnte nicht anders, als der Messfeier im feuchten Schlamm stehend beizuwohnen. Dies beeindruckte nicht nur den Papst selbst, sondern Milllionen von Menschen, die den Gottesdienst in den Medien mitverfolgten. In seiner improvisierten Predigt rief Papst Franziskus die Weltgemeinschaft eindrücklich zu Solidarität mit der notleidenden Bevölkerung auf - mit Sicherheit die christliche Weise, sich auf den langen Weg zur Anpassung zu machen.

 

Zoé Vanobberghen

JESC

 

Originalfassung des Artikels: Englisch

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