Tuesday 19. October 2021
#163- September 2013

 

Lasst uns eine gerechte, solidarische und nachhaltige Gesellschaft aufbauen

 

So lautete die Überschrift des internationalen Seminars und der sich anschließenden Generalversammlung der Weltbewegung Christlicher Arbeitnehmerbewegungen (WBCA).


Insgesamt 163 Delegierte aus 44 nationalen Christlichen Arbeitnehmerbewegungen von den Kontinenten Afrika, Amerika, Asien und Europa waren vom 17. bis 20. Juli 2013 in das im Bistum Münster gelegene Haltern am See gekommen. Das internationale Seminar der WBCA war in den letzten vier Jahren durch begleitende Seminare in den verschiedenen Weltregionen vorbereitet worden. Die regionalen Fachtagungen beschäftigten sich alle mit dem gleichem Thema „Migration und Globalisierung“. Die Ergebnisse der jeweiligen Fachtagungen wurden zu Beginn des internationalen Seminars vorgestellt und so bildeten den Ausgangspunkt für das internationale Seminar.

 

Suche nach Arbeit einer der Hauptgründe für Migration

Es wurde festgestellt, dass das Phänomen von Migration die Gemeinschaft aller Länder betrifft und es vielschichtig ist. Ein Hauptgrund für die Migration sei die Suche nach Arbeit und Einkommen, um die Familie zu ernähren. Die Familientrennungen führten zu Belastungen und zuweilen zum Zerbrechen des Verbandes. Schwierig sei für viele Migranten auch die Integration in das Empfängerland. Gleichzeitig entfernten sie sich aber mehr und mehr von ihrem Herkunftsland, was zu einem Identitätsverlust führen könne. Beklagt wird seitens der Bewegungen die unterschiedliche Behandlung von verschiedenen Migrantengruppen von Seiten der Empfängerlander. Sie fordern daher ein Recht auf Migration für alle Menschen. Bedeutend sei aber auch, die Rechte in Arbeitnehmer in den Herkunftsländern zu stärken, um nicht migrieren zu müssen.

 

Solidarisch an einer neuen Welt arbeiten

Ziel des internationalen Seminars war es gemeinsam, solidarisch an einer neuen Welt, die menschen- und umweltfreundlicher ist, zu arbeiten. „Gerade die Lebenszeugnisse der Mitglieder des Südens können uns in Europa neuen Mut machen und Perspektiven für unser Engagement geben“ so Betina Beate, Generalsekretärin der WBCA.

 

In der gegenwärtigen Wirtschafts- und Finanzkrise sei eine Zunahme von Arbeitslosigkeit, prekärer Arbeit, modernem Sklaventum, schlechten Arbeitsbedingungen und Löhnen sowie eine Erosion der sozialen Sicherungssysteme zu verzeichnen. Vielerorts sei die Jugend ohne Zukunft. In seiner Predigt im Gottesdienst anlässlich des Begegnungstages der Delegierten mit den verschiedenen Orts- und Regionalgruppen der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Deutschlands (KAB) erinnerte der münsteraner Weihbischof Dr. Stefan Zehkorn an die Würde des Menschen. „Jeder und Jede ist ein Jemand!“, doch würde dieses „Jemand“ vermehrt verletzt, stellte der Bischof fest. Als Beispiel führte er neben den Migranten, die Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen sowie die arbeitslosen Jugendlichen an.

 

Verteidigung der sozialen Rechte ein „Muss“ der Gerechtigkeit

In der Abschlusserklärung des internationalen Seminars und der Generalversammlung der WBCA kritisieren die Delegierten einen ungehemmten Kapitalismus. Der Respekt vor den Rechten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sei ein grundsätzliches Kriterium des Wirtschaftslebens, weil die Wirtschaft im Dienste der Bedürfnisse der Menschen zu stehen habe, insbesondere der Ärmsten. Daher treten sie für einen angemessenen sozialen Schutz ein. Des Weiteren stehen sie für Verteilungsgerechtigkeit ein und fordern eine Gemeinschaft auf internationaler Ebene, die politische Maßnahmen zur gerechten Verteilung des wirtschaftlichen, des sozialen und kulturellen Reichtums entwickelt. Die WBCA spricht sich darüber hinaus für eine starke Umweltpolitik aus.

 

„Wir [sind] bereit, eine neue soziale und politische Mentalität zu verbreiten und auszuweiten, eine Lebensweise, die sichtbar macht, dass eine andere Welt, eine andere Politik notwendig und möglich sind und dass wir dabei sind, sie zu verwirklichen und aufzubauen“, heißt es u. a. in der Abschlusserklärung der WBCA, die mit einem 6-Punkte-Commitments endet.

 

Anna Echterhoff

COMECE

 

 

 

Die Weltbewegung Christlicher Arbeitnehmer (WBCA) ist eine internationale Bewegung von christlichen Arbeitnehmerbewegungen und wurde 1966 gegründet. 50 Organisationen auf vier Kontinenten leisten auf Grundlage des Evangeliums dauerhaft humane und christliche Bewusstseinsbildungs- und Bildungsarbeit und organisieren soziales und apostolisches Handeln, um die Lebensbedingungen der Arbeiter und Arbeiterinnen in sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht zu verbessern und so zur Schaffung einer gerechten und nachhaltigen Welt beizutragen.

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